Eine Geschichte zweier Familien (2. Teil)

Samuel und die Söhne Elis

Ab 1. Samuel 2,11 beginnt der Autor, Samuel und die Söhne Elis zu vergleichen und einander gegenüberzustellen. Dies tut er, indem er zwischen diesen Personen hin- und herwechselt.

2,11                 Samuel

2,12-17            Söhne Elis

2,18-21            Samuel

2,22-25            Söhne Elis

2,26                 Samuel

Sowohl Samuel als auch die Söhne Elis werden als Priester dargestellt, die am Heiligtum dienen. Doch bereits von Anfang an wird ein klarer Gegensatz deutlich: während Samuel dem Herrn dient (2,11), kennen die Söhne Elis den Herrn nicht (2,12). Sie sind böse Männer, die nicht hören (2,25), sondern den Heiligtumsdienst missbrauchen. Deswegen ist Gott entschlossen sie zu töten (2,25). Samuel hingegen ist ein treuer Priester, der hört (3,10) und an Alter und Gunst bei dem Herrn zunimmt (2,26).

Samuel und Eli

Am deutlichsten wird der Vergleich und Kontrast zwischen Samuel und Eli natürlich in 1. Sam 3, aber es beginnt schon am Ende von Kapitel 2. In Vers 27 kommt ein Mann Gottes zu Eli mit der Botschaft vom Herrn, dass Elis Haus ausgerottet werden wird. Es wird nicht erwähnt, wie Eli darauf reagiert. In Kapitel 3 erhält auch Samuel eine Nachricht von Gott, die dessen Gericht über das Haus Eli bestätigt.

In Kapitel 3 wird der Kontrast zwischen Eli und Samuel bereits durch ihre jeweiligen Aufenthaltsorte angedeutet. Während Eli an seinem Ort lag (V. 2), lag Samuel an seinem Ort (V. 9), nämlich „im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes war“ (V. 3). Die ersten Verse enthalten außerdem zwei kurze Einschübe, die uns Hintergrundinformationen zu Eli und Samuel geben. Eli wird als jemand dargestellt, der bereits abbaut („seine Augen aber hatten angefangen, schwach zu werden, so dass er nicht [mehr] sehen konnte“ V. 2). Samuel hingegen macht eine positive Entwicklung durch („Samuel aber hatte den Herrn noch nicht erkannt, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden“ V. 7 – es wird angedeutet, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bevor dies geschieht). Elis abnehmende Sehkraft scheint mit seiner versagenden geistlichen „Sehkraft“ verbunden zu sein. Eli nimmt geistlich gesehen also ab, während Samuel geistlich zunimmt und wächst.

Der Hauptgegensatz zwischen Eli und Samuel in Kapitel 3 ist offensichtlich die Tatsache, dass Gott zu Samuel spricht und nicht zu Eli. Der Grund dafür liegt anscheinend darin, dass Samuel – im Gegensatz zu Eli – bereit ist, zu hören. Elis Rat für Samuel erscheint daher umso ironischer: „…antworte: Rede, Herr, denn dein Knecht hört!“ Genau das hat Gottes Knecht Eli nicht getan, weshalb Gott nun zu seinem Knecht Samuel spricht, der hören wird.

 

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